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Pädagogisches Leitbild

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Einleitung

Teckids als Veranstalter von Projekten und Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen sieht sich nicht nur in der Rolle als Wissensvermittler in Bildungsveranstaltungen, sondern möchte die ganzheitliche Entwicklung der jungen Teilnehmer mit seinen Angeboten fördern.

Dabei ist es für uns selbstverständlich, Kinder als junge Menschen zu betrachten, die während der Veranstaltungen in unserer Gemeinschaft mit anderen Kindern und Betreuern leben.

Die Grundsätze, die wir uns dabei zum Leitbild gemacht haben, möchten wir hier kurz vorstellen. Einige davon sind unter Umständen nur für mehrtägige oder wiederholte Veranstaltungen relevant. In ihren Grundzügen prägen sie aber unsere pädagogische Arbeit in allen Projekten.

Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit

Ganzheitliche Betreuung und Leben in der Gemeinschaft

Kinder und Jugendliche erleben bei uns Gemeinschaft. Dies betrifft, besonders in mehrtägigen Freizeitveranstaltungen, sowohl das Zusammenleben mit Gleichaltrigen, als auch mit dem Betreuerteam. Im Prinzip sollen unsere Freizeitprogramme dem Leben in einer großen Familie nahe kommen, das auf Respekt und Vertrauen gründet. Dabei wollen die Betreuer gleichzeitig "auf Augenhöhe" mit den Kindern leben, aber auch verlässliche Ansprechpartner sein, an die sich alle Kinder und Jugendlichen gerne und ohne Angst wenden können. Jeder soll das Gefühl haben, dabei auf allen Ebenen ernst genommen zu werden und die nötige Aufmerksamkeit zur richtigen Zeit zu bekommen.

Alle Programmpunkte werden von dieser Gruppe in der Gemeinschaft durchgeführt. Zum Beispiel kann das, neben den reinen Workshopangeboten oder anderen Bildungselementen, das Zubereiten von Mahlzeiten, gemeinsame Freizeitabende oder ähnliches bedeuten. Auch das Einhalten sinnvoller Ruhezeiten, das Anhalten zur Zahn- und Körperpflege, usw. gehören zum gemeinsamen Leben.

Absprachen und gegenseitiges Vertrauen

Unsere Zusammenarbeit mit allen Kindern und Jugendlichen und untereinander soll auf Vertrauen und gegenseitigen Absprachen und Abmachungen beruhen. Die symbolische Vereinbarung solcher Abmachungen fördert den Zusammenhalt der Gemeinschaft und stellt für alle eine Grundlage dar, auf die sich die Gemeinschaft verlassen kann. Gemeinsam getroffene Abmachungen sind besonders für Kinder greifbarer als ein vorgegebenes Regelwerk, das viel abstrakter wirkt. Durch die partnerschaftliche Absprache entsteht das Gefühl der Verantwortungsübernahme für die eigene Einhaltung der Vereinbarungen.

Verantwortung und Selbstständigkeit

Es ist ein Ziel aller unserer Veranstaltungen, die jungen Teilnehmer zu Verantwortung und Selbstständigkeit zu motivieren. Insbesondere bedeutet dies für Kinder, die regelmäßig oder dauerhaft in Vereinsprojekten aktiv sind, ausschließlich selbstständig ihre Mitgliedschaftsrechte auszuüben, an der Vereinskommunikation teilzunehmen und nicht von allgemeinen Belangen der Vereinsarbeit ausgeschlossen zu werden. Aber auch für gelegentliche Teilnehmer als Gäste bei Aktivitäten legen wir großen Wert darauf, Entscheidungen, nach entsprechender Anleitung, eigenständig treffen zu lassen. Beispiele hierfür sind die Anmeldung zu Aktivitäten, die Entscheidung über die Veröffentlichung von Ergebnissen oder Kommentaren und, in Absprache mit den Erziehungsberechtigten, Entscheidungen zum Datenschutz.

Angstfreie Pädagogik

In unserem Verein arbeiten und leben Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichberechtigt miteinander. Diese Gleichberechtigung wird in unserer Vereinsarbeit nicht durch die Einführung von Quoten, beispielsweise für die Zusammensetzung von Arbeitsgruppen, behindert. Wir verlassen uns auf einen gegenseitig respektvollen und hilfreichen Umgang miteinander, unabhängig von Alter, Geschlecht und sonstigen persönlichen Merkmalen.

Selbstreflektion

Ein Lernziel in allen Projekten ist es, dass die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen jederzeit über ihre Fortschritte, Ergebnisse, Fähigkeiten und Lernmöglichkeiten reflektieren und sich eigenständig und vertrauensvoll mit Fragen oder Problemen an Betreuer und Tutoren wenden.

Hierzu gehört auch die Begleitung der Kinder und Jugendlichen beim selbstständigen Erreichen ihrer Ziele, ohne zu stark in das individuelle Arbeitsverhalten einzugreifen. Insbesondere arbeiten wir in Projekten ergebnisorientiert, das heißt, dass wir das Erreichen eines bestimmten Zieles, jedoch nicht das Beschreiten eines bestimmten Lösungsweges anstreben.

Feedback und Motivation

Zentraler Bestandteil unserer Lernprojekte ist die regelmäßige Kommunikation von Feedback in beide Richtungen zwischen Tutoren und Teilnehmern. Besonderen Wert legen wir dabei auf Motivation durch Lob für individuelle Leistungen und Lernfortschritte; jedoch fördern wir auch Kritikfähigkeit, ebenfalls in beiden Richtungen.

Alle Kinder sind willkommen

Allen Kindern und Jugendlichen soll die Teilnahme an unseren Projekten ermöglicht werden. Dabei wollen wir keine Mühen scheuen, Hindernisse für Einzelne, wie z.B. mit besonderem pädagogischem, psychologischem oder medizinischem Förderbedarf, zu beseitigen. Sowohl Kinder als auch Eltern können sich jederzeit, vor oder während Veranstaltungen, vertrauensvoll an uns wenden, um über mögliche Besonderheiten zu sprechen und gemeinsam die Möglichkeit einer erfüllten Teilnahme am Projekt herbeizuführen.

Grundsätzlich orientieren wir unsere Veranstaltungen daran, von vornherein die Bedürfnisse aller Kinder und Jugendlichen in einer Form zu erfüllen, mit der sie sich in der Gemeinschaft wohlfühlen können. Hierzu gehören ausreichende, gemeinsame Bewegungspausen, die Möglichkeit zur individuellen Entspannung (z.B. Benutzung von (Bewegungs-)Spielgeräten auch außerhalb der gemeinsamen Pausen für AD(H)S-Kinder) sowie pädagogische Spiele zur Vertrauensbildung und zum Gemeinschaftsaufbau.

Die Information über pädagogische oder psychologische Besonderheiten vor einer Aktivität kann hilfreich oder sogar notwendig sein. Uns ist aber wichtig, die Form der Betreuung nicht von vornherein darauf zu stützen. Viel mehr legen wir Wert darauf, alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen kennen und einschätzen zu lernen. Dies ist auch bei kürzeren Veranstaltungen möglich, da der Gemeinschaftsaufbau schnell zu einem vertrauensvollen Umgang führt.

Beobachtung und Förderung

Kinder und Jugendliche, die regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen, erfahren dabei häufig eine stetige Entwicklung in den bereits erwähnten Punkten wie Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und fachlichen Bereichen. Wir streben an, auf diese Entwicklung zu achten und daraus gezielt Förderempfehlungen abzuleiten. Das kann sowohl die Inspiration zum eigenständigen Weiterlernen zu Hause, aber vor allem auch die Einladung und Motivation zur aktiven Mitarbeit in Vereinsprojekten sein.

Lehrveranstaltungen

Von Kindern, für Kinder

Ebenso, wie wir auf Augenhöhe mit den Kindern arbeiten wollen, sollen auch unsere Workshops in einer starken Gemeinschaft stattfinden. Eine wichtige Grundlage hierfür ist, dass auch die Tutoren Kinder und Jugendliche sind, die zwar als Experten für ihr Thema auftreten, aber gemeinsam mit den gleichaltrigen Teilnehmern Ergebnisse erarbeiten. Tutoren und Teilnehmer werden dabei von unseren erwachsenen Mitarbeitern unterstützt.

Werkzeuge zum Selbstlernen

Uns ist wichtig, dass die Teilnehmer unserer Bildungsveranstaltungen nicht nur einmalig in einem Projekt von uns beim Lernen unterstützt werden. Deshalb geben wir allen Kindern und Jugendlichen auch dauerhaft Werkzeuge an die Hand, mit denen sie, je nach Interesse, auch zu Hause weiterarbeiten können. Dazu gehört zum Beispiel das Angebot des Zugriffs von zu Hause auf das System, das auch in unseren Workshops benutzt wird, so dass die Teilnehmer jederzeit auch auf ihre Ergebnisse und unsere Software zugreifen können.

Ergebnisorientierung

Zum Erreichen eines Lernziels stimmen wir mit den Teilnehmern und Tutoren Wunschergebnisse ab, die sie dann, unter der nötigen Anleitung und Unterstützung, auf eigenen Wegen erreichen.

Besonders wichtig sind uns dabei präsentierbare Ergebnisse, auf die alle Kinder mit persönlichem Stolz zurückblicken können. Stolz und Zufriedenheit sind unsere Kernkriterien für gute Ergebnisse der Teilnehmer und Tutoren.

Die Verfasser

Unser vorgestelltes pädagogisches Leitbild entstammt den Erfahrungen aus vielen Veranstaltungen sowie unseren Vorstellungen einer guten Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Das pädagogische Leiter-Team (Niklas Bildhauer, Dominik George, Jutta Paul-Fey, Klaus Suthe, Johannes Tobisch, Martin Winter) trägt die Verantwortung dafür, dieses Leitbild zur Grundlage der Arbeit aller Betreuer werden zu lassen.

© 2014 Dominik George und Niklas Bildhauer. Lizenziert unter CC-BY-SA 3.0 DE (oder einer neueren Version). Wir würden uns freuen, wenn dieses Werk aktiv zur Inspiration der pädagogischen Arbeit anderer Organisationen genutzt würde ☺!

Kontakt und Fragen

Das pädagogische Leiter-Team ist jederzeit offen für Fragen und Anregungen per E-Mail unter paeda@teckids.org.

Das pädagogische Leitbild auf deutsch können Sie sich auch als PDF herunterladen.

Flagge für englisch-internationale Sprache / Flag for English (international) language English

Introduction

Teckids is an organization that offers projects and other free-time activities to children and young adults. We should not only consider ourselves as a 'provider of knowledge' in the narrow sense of 'education', but rather aim at supporting the development of our participants in an integral way.

Whenever we offer such activities, it is just natural for us to consider children as young people who are living in a community with other children and tutors during the respective project.

We want to briefly introduce the principles constituting our Educational Concept in the following. Some of them may only be relevant for projects lasting several days or being offered repeatedly. Their essential features, however, leave their marks on our pedagogical work in all our activities.

Principles of our educational work

Integrality and Life in a Community

Children and young adults are meant to experience life in a community with us. This applies to spending their time with people of the same age and with tutors, especially in the case of projects lasting several days. In principle, our free-time activities are set to be similar to life in a large family, which is based on respect and trust. Our tutors should aim at 'living on one level' with the children while maintaining their status of reliable adressees for any kind of the participants' problems. Anybody is supposed to feel that they are taken seriously on any of these 'levels'and that they get their necessary amount of attention whenever needed.

All items on a project's programme will be carried out by this group in a community. This may not only include workshops or other educational elements, but also the preparation of meals or finding ways of spending an evening together, for example. Appropriate times for rest and sleep and their observation or encouraging our participants to maintain dental or body care are also considered parts of communal life.

Agreements and mutual trust

Our cooperation with any child or young adult is supposed to be based on mutual trust and agreements. The symbolic 'creation' of such agreements (by means of a handshake, for example) supports the social cohesion of the community and represents a foundation that the community can rely on. Agreements made together with others are much more tangible, especially for children, than a pre-defined, abstract set of regulations. By agreeing on a rule in community, a feeling of an own responsibility for the observation of such rules is created.

Responsibility and independence

All of our projects aim at motivating our young participants to take responsibilties and to be independent. For children regularly participating in Teckids' projects, this especially applies to independently participating in the organization's affairs and communication. They shall not be excluded from any general aspect of the organization's work. Even those who take part in our projects as guests or irregularly are welcome to make their own decisions after being explained the consequences. Examples for such decisions include signing up for activities, deciding whether or not results or comments can be published and, if agreed to by the parents, deciding on the privacy of participant data.

Self-reflection

It is a goal of all of our projects that the participants, children and young adults, reflect on their progress, results, capabilities and learning opportunities at all times and that they independently refer to their tutors and mentors with any question or problem.

This also means that we assist the participants with the independent achievement of their goals without severely intruding on their individual work pace. Our projects are result-oriented, which means that we aim at reaching a certain goal, but not at taking a certain approach.

Feed-back and motivation

Persistent communication of feed-back between tutors and participants, in both directions, represents a core aspect of our learning projects. We especially put a focus on motivation through praise or credit for individual achievements and progress, however, we also promote the ability to take criticism, in both directions.

All children are welcome

Any child or young adult should be able to take part in our projects. We shall be unsparing in our efforts to remove any hindrance for individuals with special requirements, may they be pedagogical, psychological or medicinal. Both children and parents can trustfully adress us at any time, before or during projects, to talk about circumstances that may be problematic. When we are working together, this will lead to a successful participation in the project.

The organizational principle of our projects is to cater for the requirements of all children and young adults in a way that makes them feel comfortable in the community. This includes break times in which the participants are enabled to take physical exercise, but also individual offers for relaxation (such as the use of exercise equipment by children diagnosed with ADHD outside regular break times) and games promoting trust, confidence and community.

Informing us about special pedagocial or psychological requirements can be helpful or even necessary. It is, however, important to us that we shall not directly adapt the way in which we take care of a participant to our prior knowledge. We rather focus on getting to know all children and young adults equally and thus being able to assess them. This is possible even in short-term projects as the creation of a community quickly leads to a trustful atmosphere.

Observation and support

Regular participants of our projects often go through a process of continuous development in the fields mentioned above, such as their sense of responsibility, independence and practical knowledge. We aim at keeping an eye on these developments and convert our observations into individual recommendations. These should not only inspire the participants to independently make progress at home, but also motivate them to actively participate in our projects.

Co-operation with parents

Just as we want to actively communicate feedback in both directions with our young participants, we want to work closely with parents. This does not only apply to targeted and early information about special requirements, but the communication shall also include feed-back from our point of view about the process (and progress) of learning, social competences andobservations from the life in community.

Teaching and learning

From children to children

As we want to be on one level with our participants, our workshops are supposed to take place in a strong community. This is based on the tutors being children or young adults themselves, who are experts in a their field but shall aim at working towards a certain result in community with their peers of the same age. While doing this, both tutors and participants will be supported by our adult members.

Tools for individual learning

It is important that we not only occasionally support our participants' learning processy in our projects. This is why we make certain tools accessible to all children and young adults, using which they are able to work at home depending on their interests. For example, this includes the possibility to connect to the system used in our workshop from any home computer so that the participants can access their results and our software at any time.

Result orientation

In order to reach a certiain goal in a learning process, we agree on a desired result with our tutors and participants,the achievement of which is then approached independently with the necessary instructions and support provided by the tutors.

We put a strong focus on results that can be presented and that are looked back at by the participants with personal pride. This pride and satisfaction are our core criteria of good participants' and tutors' results.

About the authors

The educational concept presented results from the experience made in many projects and our notions of a good co-operation with children and young adults.

The team in charge of educational questions (Niklas Bildhauer, Dominik George, Jutta Paul-Fey, Klaus Suthe, Johannes Tobisch, Martin Winter) are responsible for making this concept the foundation of the work of all tutors and mentors.

© 2014 Dominik George and Niklas Bildhauer. Licensed under CC-BY-SA 3.0 DE (or a newer version). We are looking forward to this work being used to actively inspire the educational work of other organizations ☺!

Contact and questions

The team in charge of educational questions is always open to questions, proposals and any kind of input via e-mail at paeda@teckids.org.